Masca-Schlucht auf Teneriffa (18. Dezember 2009)
Die Masca-Schlucht war eines der ersten Ziele, das wir uns für unseren
Teneriffaurlaub ausgesucht hatten. Wir erkundigten uns im Hotel täglich nach Wetterberichten und wurden immer wieder
von unserem Vorhaben abgebracht. Im Norden war halt das Wetter nicht so beständig, wie bei uns im Süden. Nun hat es
dann doch noch geklappt und wir fuhren morgens so gegen 8:30 Uhr nach Masca. An den Tagen davor hat es teilweise
stark geregnet, aber heute war es zumindest trocken. Die Temperaturen waren genau richtig zum wandern.
Die Fahrt nach Masca war schon abenteuerlich, da es teilweise so eng war,
dass nur ein Auto auf den Serpentinen fahren konnte. Wir hatten "Gott sei Dank" Glück, dass uns niemand entgegenkam.
Man hätte sonst schon einige 100 Meter rückwärts fahren müssen, um Platz für 2 Fahrzeuge zu finden. Als wir das Dorf
erreichten, waren schon einige Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Der Himmel war bedeckt und es war frisch. Wir machten
uns auf den Weg zum Dorfende, wo der Einstieg war und marschierten erst einmal los.
Der Weg war zunächst sogar befestigt und man konnte die erste halbe Stunde, bis
zur Brücke entspannt laufen. Ab dort wurde es dann ziemlich unwegsam wie in einem Urwald. Wir liefen durch Wasserläufe,
durch große Schilf-Felder und unter tief herunterhängenden Felsvorsprüngen hindurch. Es war schon ein richtiges Abenteuer.
Ganz anders, als die einfache Wanderung durch die Samaria-Schlucht auf Kreta. Hier mussten wir klettern und uns
immer wieder
neu orientieren, wo der Weg lang läuft. Die Steine mit den Etappennummern,
zeigten uns dann aber immer wieder, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Gefühl hatten wir aber selten. Ab und
zu traf man dann auch wegsuchende Wanderer und man beriet sich kurz, wo man lang gehen wollte.
Nach etwa 2,5 Stunden waren wir dann zwar nicht am Ziel, aber an einer Stelle,
wo wir leider aufgeben mussten. Ingrid' s Knie war nach ihrer OP immer noch nicht 100%ig belastbar und der vor uns liegende
Wasserfall machte für uns das weiterlaufen unmöglich, ohne einen Unfall zu riskieren. Hier musste man etwa 5 Höhenmeter in
einem Wasserfall nach unten laufen und die einzige Chance war, auf den glatten Steinen den Abstieg zu wagen. Es gab keine
Möglichkeit, sich irgendwo seitlich abzustützen oder Halt zu finden.
Das war einfach zu riskant. Der Regen hatte hier die letzten Tage ganze Arbeit geleistet. Die Schlucht ist sonst an dieser
Stelle trocken. Das es die einzige Route war, um weiter nach unten zu gelangen, hörten wir hier auf und sahen zu, wie einige
andere hier
"Kopf und Kragen" riskierten, damit sie das Meer erreichten. Wahrscheinlich hatten
sie sich ja auch mit dem Taxi nach Masca fahren lassen und wollten den Rückweg mit dem Schiff machen. Wir mussten ja auf
jeden Fall wieder hoch zum Auto.
Nun machten wir uns halt wieder auf den Weg nach oben und brauchten ebenfalls 2,5
Stunden bis zum Ziel. In der kleinen Gaststätte am Eingang zur Schlucht freuten wir uns dann auf das wohlverdiente Bier und
waren froh, heile wieder nach oben gekommen zu sein. Wir waren auch nicht enttäuscht, dass wir das Ziel unten nicht erreicht
hatten. Aber man muss auch mal nein sagen können. Wenn sich dort einer verletzt, ist die Rettung von außerhalb fast unmöglich.
Man ist dann auf andere Wanderer angewiesen.
Hier ist die Wegstrecke als
Google-Earth File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.
Wenn wir noch einmal nach Teneriffa kommen, werden wir diese Tour auf jeden Fall wiederholen.