Samaria-Schlucht auf Kreta (31. Mai 2007)

Während unseres Urlaubsaufenthaltes auf Kreta
hatten wir die Gelegenheit, Europas grösste Schlucht zu durchwandern. Ein Erlebnis, was man jedem Besucher
der Insel empfehlen kann. Die Samaria-Schlucht wird immer wieder in verschiedenen Längen angegeben und man
weiss vor Antritt eigentlich gar nicht so recht, was einem so erwartet . Es sieht tatsächlich so aus, dass die
Schlucht selber, ab Einstieg in Xyloskalo bis zum Ausgang, eine Länge von ca. 13,7 km hat.
Vom Ausgang bis zum Dörfchen Agia Roumeli, am Lybischen Meer sind es dann noch einmal 3km. Man
hört und liest auch von Längen bis zu 18 km, was aber nicht der Wahrheit entspricht. Die Schlucht liegt im
Südwesten von Kreta, genau südlich von Chania. Man kann die Schlucht sowohl vom Lybischen Meer,
als auch von Xyloskalo (Standard-Route) aus durchlaufen. Vom Meer aus ist der Weg natürlich wesentlich
zeitintensiver, da es ja nur bergauf geht.
Die Route ab Xyloskalo beginnt in einer Höhe von 1209m. Die
Reiseunternehmen veranschlagen immer einen Zeitraum von 4 - 6 Stunden, was auch sehr realistisch ist. Man
muss sich auch an diesen Zeitplan halten, da man die Rückreise mit einer Fähre antreten muss, welche nur 2
mal am Tag im Dörfchen Agia Roumeli anlegt. Das heisst also, die Fähre wartet nicht auf Nachzügler.
Die Tour beginnt etwa gegen 8:30 Uhr und endet je nach Tempo zwischen 12:30 Uhr bis 15:30 Uhr am Meer. Wer
sich also etwas beeilt, kann sich noch im Wasser erfrischen und im Dörfchen etwas Essen und trinken.
Als Ausrüstung ist auf jeden Fall gutes (festes) Schuhwerk, eine Regenjacke, eine Kopfbedeckung und natürlich
etwas zu trinken zu empfehlen. Man kann unterwegs an einigen Stellen auch frisches Quellwasser nachfüllen.
Das Schuhwerk, auch Turnschuhe sind möglich, sollte gutes Profil haben, da man sehr viel auf Geröll läuft
und bei steilen Teilstrecken immer wieder Rutschgefahr besteht. Das Wetter kann in den Bergen immer umschlagen
und daher ist eine Jacke fast unerlässlich. Auch die Sonne kann bei diesem langen Weg unerträglich werden und
deshalb ist eine Kappe oder Mütze empfehlenswert.
Die Tour beginnt sehr steil und da meistens viele Busse zeitgleich
auf dem oberen Parkplatz ankommen, wird die erste Teilstrecke zu einer Völkerwanderung, bei der man
sehr schlecht überholen kann. Nach etwa 2km, bei Risa Sikias, ist der erste steile Abschnitt zu Ende.
Hier gibt es dann auch die erste richtige Möglichkeit für eine kleine Rast und infolge dessen wird dann
der Massenauflauf etwas zerrissen. Die Landschaft wechselt auch zunehmend, da man ab hier nicht mehr nur unter
Bäumen läuft.
Die Schlucht wechselt sehr oft zwischen breiten und schmalen Abschnitten sowie zwischen trockenen und nassen
Wegen. Auf der gesamten Strecke muss man 42 mal dass nach unten stürzende Quellwasser überqueren. An einigen
Stellen sollte man aufgrund der grossen Steinschlaggefahr auch zügig laufen und nicht rasten. Die Felsen ragen
teilweise bis zu 500m steil in den Himmel. Das verschönert die Landschaft natürlich auch immens.
Wer nicht so gut im Wandern ist, sollte trotzdem nicht zu viel Pausen
einlegen, da man sehr schnell träge werden kann und wie schon beschrieben, die Fähre nicht wartet. An den 8
oder 9 Rastplätzen ist genügend Platz für alle Wanderer und meistens auch Schatten und Quellwasser verfügbar.
Wir haben eine 10-minütige Pause an dem alten verlassenen Dörfchen Samaria eingelegt und waren dort nach
etwa 2 Stunden angelangt.
Unterwegs gelangt man immer wieder an Stellen, wo die vielen Besucher vor uns schon ihre "Steinmännchen"
aufgebaut haben. Man sagt, dass man sich etwas wünschen soll, wenn man so ein "Steinmännchen" aufstellt
und der Wunsch würde in Erfüllung gehen, sobald das Wasser ansteigt und die Steinmännchen zerstört.
Je weiter man die Schlucht durchwandert, desto flacher wird das Gelände. Ca. 1 km
vor dem Ausgang kommt man zum Eisernen Tor. Hier ist die Schlucht nur noch etwa 4-5m breit und die Felsen ragensteil
in den Himmel. An einigen Stellen sind die Felsen sogar 500m hoch und gehen senkrecht nach oben.
Am Ausgang wartet eine kleine Taverne auf die durstigen Besucher und bietet
Erfrischungen und schattige Plätze. Man darf aber nicht vergessen, dass man ab hier noch 3km laufen muss um an das
Meer zu gelangen. Es empfiehlt sich daher, erst in dem Dörfchen Agia Roumeli die grosse Pause einzulegen und
sich dort in einer der vielen Tavernen von der Wanderung zu erholen. Man kann natürlich auch zum Strand runter
laufen und dort baden. Wer früh genug unten ist, hat natürlich auch Zeit für beides.
Hier ist die Wegstrecke als
Google-Earth File. Einfach herunterladen oder anklicken. Viel Spaß beim Anschauen.